Der Timna-Park ist ein 60 Quadratkilometer großes Wüstenreservat im südlichen Arava-Tal, 25 Kilometer nördlich von Eilat — im Laufe von Jahrtausenden zu Säulen, Bögen und dem berühmten Pilzfels erodierte Sandsteinlandformen; 6.000 Jahre alte bronzezeitliche Kupferminenachsen; ein maßstabsgetreuer Nachbau des biblischen Mischkan (Tabernakel); eine Kette markierter Wanderwege von 20 Minuten bis zu einem ganzen Tag; und ein kleiner künstlicher See mit Fahrrad- und Paddelbootverleih. Der Park ist der Vorzeige-Wüstenausflug von Eilat und eine der meistfotografierten Landschaften im südlichen Negev.
Dieser Reiseführer behandelt die geologischen Highlights (Salomons Säulen, Pilzfels, die Bögen), das bronzezeitliche Bergbauerbe, den Tabernakelnachbau, die praktischen Besuchsinformationen für Selbstfahrer und organisierte Touren sowie was Timna von anderen Negev-Wüstenparks unterscheidet.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Eintritt | Parkeintritt ~₪49 Erwachsene / ~₪39 Kinder (~13/11 $). Israelischer Nationalparkspass wird akzeptiert. Fahrrad-/Paddelbootverleih am Timna-See extra. Aktuelle Preise auf der offiziellen Website prüfen. |
| Öffnungszeiten | Täglich ~8:00–16:00 Uhr im Winter, ~8:00–17:00 Uhr im Sommer; letzter Einlass ~2 Stunden vor Schließung. Schabbat geöffnet. |
| Aufenthaltsdauer | Halber Tag (~4 Stunden) für die Highlights; ganzer Tag für längere Wanderwege (Berg Timna, die Bögen). |
| Anreise | ~25 km / ~25 Min. nördlich von Eilat auf der Route 90; ausreichend Parkmöglichkeiten. Kein öffentlicher Bus direkt zum Park — Fahren oder organisierte Tour. |
| Beste Zeit | Früher Morgen oder später Nachmittag für kühleres Wandern und bestes Landschaftslicht; das Fenster 12:00–15:00 Uhr im Sommer meiden (über 38 °C Jul.–Sep.). |
| Barrierefreiheit | Besucherzentrum, Tabernakelnachbau und Timna-See-Bereich sind weitgehend flach und fahrbar; längere Wege (Berg Timna) sind anspruchsvoll. Begrenzter natürlicher Schatten — 2–3 L Wasser pro Person mitbringen. |
Was ist der Timna-Park?
Timna liegt im südlichen Arava-Tal zwischen den Eilat-Bergen und den Edom-Bergen jenseits der jordanischen Grenze. Das Tal war ab der Späten Bronzezeit (etwa 1400 v. Chr.) als ägyptische Kupferminenstätte belegt; der ägyptische Neureich-Staat führte organisierte Bergbauexpeditionen durch und hinterließ Inschriften, einen ägyptischen Hathor-Tempel und ein ausgedehntes Netz von Minenschächten, die noch heute zu sehen sind. Israeliten, Edomiter sowie später Römer und Byzantiner arbeiteten dieselben Kupfervorkommen neu auf.
Die natürliche Geologie — erodierter Unterkreide-Sandstein — produziert die dramatischen Landformen, die den Park so fotogen machen: Salomons Säulen (eine 50 m hohe Sandsteinformation), der Pilzfels (ein windgeformter Sandstein), die Bögen (natürliche Felsbrücken) und eine Reihe von Canyonwanderungen. Die bronzezeitlichen Kupferminenschächte durchdringen die westlichen Kliffwände.
Timna-Park heute besuchen
Öffnungszeiten: Typischerweise 8:00 bis 16:00 Uhr im Winter und 8:00 bis 17:00 Uhr im Sommer, mit letztem Einlass 2 Stunden vor Schließung. Täglich einschließlich Schabbat geöffnet.
Eintritt: Etwa 49 ILS Erwachsene, 39 ILS Kinder. Israelischer Nationalparkspass wird akzeptiert.
Anreise: Fahren Sie vom Eilat-Zentrum auf dem Highway 90 nach Norden für etwa 25 Minuten. Der Parkeingang ist ausgeschildert; ausreichend Parkplätze am Besucherzentrum. Kein direkter Busservice zum Park. Organisierte Touren von Eilat-Hotels sind für Reisende ohne Mietwagen weitgehend verfügbar.
Atmosphäre: Morgens ist es kühler und das Licht ist gut für Landschaftsfotografie; nachmittags wird es im Sommer heiß (über 38 Grad von Juli bis September). Wintertage unter der Woche sind am ruhigsten; Schulferien und Wochenenden bringen Familien.
Highlights
Salomons Säulen
Das meistfotografierte Merkmal im Park — ein Cluster aus 50 Meter hohen Sandsteinsäulen, die durch Wassererosion des darunterliegenden Gesteins entstanden. Der Ägyptische Hathor-Tempel liegt am Fuß, datiert auf das 13. Jahrhundert v. Chr.; eine ägyptische Inschrift mit dem Namen von Pharao Ramses III. wurde an der Kliffwand erhalten. Ein kurzer Aufstieg führt zu einem Aussichtspunkt über das umliegende Tal.
Der Name Salomons Säulen ist ein modernes Label — der biblische König Salomon hat sie nicht erbaut und die Formation ist rein geologisch. Die eigentliche archäologische Attraktion ist das ägyptische Bergbauerbe, das deutlich vor Salomons traditionellen Daten liegt.
Pilzfels und die Bögen
Der Pilzfels ist eine wind- und wassererodierte Sandsteinformation etwa 5 km von Salomons Säulen — ein grob pilzförmiger Pfeiler auf einem schmalen Sockel. Kurzer Spaziergang vom Parkplatz; beliebter Sonnenuntergangsfotografie-Spot. Die Bögen sind mehrere natürliche Felsbrücken, die über einen 30-minütigen Spaziergang von einem separaten Parkplatz erreichbar sind; die Geologie ist weniger fotogen als der Pilzfels, aber der Weg durch enge Canyons ist lohnend.
Der Tabernakelnachbau
Ein maßstabsgetreuer, detailgetreuer Nachbau des biblischen Mischkan (das tragbare Heiligtum, das die Israeliten durch die Wüste trugen) steht in einem flachen Bereich nahe Salomons Säulen. Die Struktur folgt den in Exodus beschriebenen Maßen und dem Bau, mit dem Vorhof, dem Heiligen und dem Allerheiligsten alle maßstabsgetreu gebaut. Ein Vor-Ort-Guide erklärt die Symbolik für an biblischem Kontext interessierte Besucher; säkulare Besucher können unabhängig durchgehen.
Das bronzezeitliche Bergbauerbe
Die ägyptischen Kupferminen aus dem Neuen Reich (etwa 1300 bis 1100 v. Chr.) sind über die westliche Talwand verstreut. Ein selbstgeführter Weg mit Informationstafeln umfasst die Minenschächte — vertikale und abgewinkelte Schächte in den Sandstein gemeißelt, einige zeigen noch die originalen Meißelspuren. Das Bergbaumuseum im Besucherzentrum beherbergt Ausgrabungsartefakte einschließlich Töpferwaren, Bergbauwerkzeuge und Kupferbarren.
Der Timna-See
Ein kleiner künstlicher See im Parkzentrum bietet Fahrradverleih, Paddelboote und einen schattigen Picknickbereich. Nützlich für Familien mit jüngeren Kindern, die eine Pause von der Wüstenwanderung brauchen. Der See ist bei Sonnenuntergang fotogen.
Wanderwege
Timnas markierte Wanderwege reichen von 20-minütigen Spaziergängen bis zu ganztägigen Routen. Die beliebtesten Optionen:
- Salomons-Säulen-Rundweg (45 Minuten, leicht) — umfasst die Hauptformationen und die ägyptischen Inschriften.
- Berg-Timna-Weg (4 bis 5 Stunden, mittel-schwer) — besteigt den Berg Timna für Panoramablick auf das Tal; benötigt Wasser (mindestens 3 Liter) und gutes Schuhwerk.
- Der Bögen-Weg (90 Minuten, mittel) — durch Canyons zu den natürlichen Felsbrücken.
- Die Minenschächte (1 Stunde, leicht) — Interpretationsspaziergang an bronzezeitlichen Arbeitsstätten vorbei.
Die Parkkarte am Besucherzentrum markiert alle Wege und bewertet sie nach Schwierigkeit.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Der Red Canyon ist 35 Minuten südlich bei Eilat — eine ergänzende geologische Kurzwanderung. Mitzpe Ramon ist 90 Minuten nördlich auf dem Highway 40 für Reisende, die weiter in den Negev fahren. Die Arava-Agrarsiedlungen (Yotvata, Ketura) liegen direkt nördlich von Timna und bieten geführte Molkerei- und Wüstenlandbau-Touren an.
Praktische Tipps
Wasser mitbringen — mindestens 2 bis 3 Liter pro Person, besonders für längere Wanderrouten. Der Park verkauft Wasser am Besucherzentrum, aber zu Wüstentourismus-Preisen.
Sonnenschutz ist unverzichtbar — breitkrempiger Hut, lange Ärmel für längere Wanderungen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille. Die Negebsonne ist selbst im Winter intensiv.
Vorsicht auf dem Highway 90 — lange gerade Strecken mit isolierten Kreuzungen. Auf Kamele bei den Überquerungen in den frühen Morgen- und Abendstunden achten.
Früh oder spät besuchen — für Fotografie und kühlere Gehtemperaturen. Das Fenster 12:00 bis 15:00 Uhr im Sommer meiden.
Tabernakelbesuch einplanen — selbst säkulare Besucher finden das Maßstabsmodell 30 Minuten wert; der Kontrast zwischen moderner Wüstengeologie und biblischem Nachbau ist ungewöhnlich.
Warum besuchen
Der Timna-Park ist der Vorzeige-Wüstenausflug von Eilat und eines der zugänglichsten Fenster auf die Geologie und alte Geschichte des südlichen Negev. Die Kombination aus dramatischen Sandsteinlandformen, 3.000 Jahre altem ägyptischen Bergbauerbe und dem biblischen Tabernakelnachbau gibt dem Park eine Tiefe, die Einzweck-Attraktionen selten erreichen.
Für Reisende, die Eilat als 3-Tage-Aufenthalt planen, ist Timna natürlich der Tag 2 — nach dem Roten Meer an Tag 1 und vor Petra (oder Strandzeit) an Tag 3. Mit dem Red Canyon für einen vollständigen Wüstengeologie-Tag kombinieren, oder als halbtägiger eigenständiger Besuch mit Nachmittag am Eilat-Strandabschnitt behandeln.