Die Stadt Davids ist der ursprüngliche Stadtkern Jerusalems — eine bronze- und eisenzeitliche Siedlung, die die Altstadtmauern um 1.500 Jahre überbietet. Der Archäologiepark erstreckt sich auf einem Bergrücken südlich des Tempelbergs / Haram al-Scharif, unmittelbar außerhalb der heutigen Altstadtmauern jenseits des Misttores, am Hang zum Kidrontal. Hiskias Tunnel, ein unterirdischer Wasserkanal aus dem Fels, der um 700 v. Chr. gehauen wurde, ist die Hauptattraktion; der Siloah-Teich am Südende hat sowohl biblische als auch ingenieurgeschichtliche Bedeutung.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Eintritt | Ca. ₪45 Erwachsene (Standardticket); ca. ₪65 einschließlich Siloah-Teich und herodianischem Drainage-Kanal. Kinderermäßigung. |
| Öffnungszeiten | So.–Do. 08:00–19:00 (Sommer) / 17:00 (Winter); Fr. und Feierabende 08:00–14:00; samstags geschlossen. |
| Zeitbedarf | ~2 Std. Standardbesuch; +1 Std. für Hiskias Tunnel; halber Tag für geführtes Erlebnis. |
| Anreise | 5 Min. Fußweg südlich vom Misttor; ~10 Min. Taxi vom Stadtzentrum. Tascheninspektion am Eingang. |
| Beste Zeit | Morgens, um den Tunnel am Nachmittag zu reservieren; die kühle Tunnelluft ist im Sommer willkommen. |
| Barrierefreiheit | Besucherzentrum, Aussichtspunkt und oberflächliche Stätten zugänglich; Hiskias Tunnel und Unterbereiche nicht. |
Was ist die Stadt Davids?
Das Gelände ist der ursprüngliche Kern, aus dem Jerusalem hervorging — die jebusitische Stadt, die David um 1000 v. Chr. der biblischen Erzählung zufolge einnahm — und der Standort des eisenzeitlichen Wassersystems, das die Stadt versorgte. Ausgrabungen finden seit dem 19. Jahrhundert nahezu ununterbrochen statt; zu den sichtbaren Überresten gehören Stadtmauern aus der Eisenzeit, eine Stufenstruktur, die traditionell als Teil von Davids Palast gilt, und die Gihon-Quelle mit ihren Wassertunneln.
Hiskias Tunnel ist die ingenieurtechnische Glanzleistung des Geländes: ein 533 Meter langer unterirdischer Kanal, der von beiden Enden durch den Fels getrieben wurde — unter König Hiskia um 700 v. Chr., um Wasser von der Gihon-Quelle in die Stadt zu leiten, als die assyrische Belagerung bevorstand (2 Könige 20). Der Tunnel führt noch heute Wasser; Besucher waten durch knöchel- bis knietiefes kaltes Wasser in fast völliger Dunkelheit.
Der Park liegt im palästinensischen Stadtteil Silwan. „Stadt Davids” bezeichnet die eisenzeitlichen archäologischen Überreste, „Silwan” die zeitgenössische palästinensische Wohngemeinde mit rund 50.000 Einwohnern. Beide Bezeichnungen koexistieren geografisch und werden in unseren Reiseführern stets beide genannt.
Was zu sehen ist
Hiskias Tunnel (nasse Route)
Das Haupterlebnis: 533 Meter knöchel- bis knietiefes Wasser in einem engen Steinkanal aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Dauer etwa 45 Minuten. Kinder müssen groß genug sein, um ihren Kopf über Wasser zu halten — in der Regel ab 6 Jahren. Die kühle Tunnelluft ist im Sommer willkommen.
Kanaanäischer Tunnel (trockene Route)
Eine kürzere, trockene Alternative — etwa 15 Minuten durch einen bronzezeitlichen Tunnel vom Aussichtspunkt der Gihon-Quelle bis in die Nähe des Siloah-Teichs. Kein Wasser; teilweise Beleuchtung.
Siloah-Teich
Am Südende der Tunnel — ein Ritualbad aus der Zeit des Zweiten Tempels, teilweise ausgegraben. Die Stätte hat sowohl jüdische als auch christliche biblische Bedeutung (das Johannesevangelium nennt sie als den Teich, in dem Jesus einen Blinden heilte).
Herodianischer Drainage-Kanal
Ein 600 Meter langer Aufstieg zurück in Richtung Altstadt entlang eines herodianischen Abwasserkanals aus dem 1. Jahrhundert unter der Pilgerstraße. Verbindet sich auf natürliche Weise mit dem Siloah-Teich am südlichen Ende.
Praktische Tipps
Wasserschuhe und Taschenlampe mitbringen. Mindestens zwei Stunden einplanen; drei, wenn Sie beide Tunnel und den Aufstieg vom Siloah-Teich machen wollen. Pass mitführen. Nassen Tunnel meiden bei Klaustrophobie — einige Engstellen sind wirklich eng. Kombinieren mit der Altstadt und den Tunneln der Klagemauer für einen halben Tag im unterirdischen Jerusalem.