Direkt innerhalb des Jaffattors steht der Davidsturm — die große Steinfestung, die seit mehr als zweitausend Jahren den westlichen Eingang Jerusalems bewacht. Heute beherbergt sie ein hervorragendes, jüngst renoviertes Museum der Stadtgeschichte und bietet von den Wehrgängen das schönste Dachpanorama der Altstadt — damit ist sie der ideale erste Anlaufpunkt für einen Jerusalembesuch.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Eintritt | Tageskarte Erwachsene ~₪60 (~16 $); ermäßigt für Kinder/Studierende/Senioren. Night Spectacular ~₪60–70; kombinierte Tages- und Abendtickets günstiger. |
| Öffnungszeiten | Tagsüber ca. So.–Do. und Sa. 09:00–16:00 (im Sommer oft länger); Fr. und Feierabende frühe Schließung (~14:00). Nachtspektakel an ausgewählten Abenden nach Einbruch der Dunkelheit. |
| Zeitbedarf | ~2 Std. für Galerien und Wehrgang; +~45 Min. für das Nachtspektakel. |
| Anreise | Innerhalb des Jaffattors, Altstadt. Straßenbahn bis City Hall, dann 5 Min. Fußweg; oder Bus Richtung Jaffator; Taxis halten am Jaffator. |
| Beste Zeit | Öffnung (~09:00) für ruhigen Besuch vor den Gruppen; später Nachmittag auf dem Wehrgang für Goldstunden-Fotos. |
| Barrierefreiheit | Die Renovierung hat Aufzüge und stufenfreie Wege durch die Hauptgalerien geschaffen, aber Wehrgang und einige Türme haben Treppen und sind nicht rollstuhlgerecht. Barrierefreie Toiletten vor Ort. |
Was ist der Davidsturm?
Trotz seines Namens hat die Zitadelle keinen direkten Bezug zu König David; die Assoziation ist eine spätere Tradition. Die heute sichtbaren Befestigungen sind größtenteils mittelalterlich (mamlukisch und osmanisch), überlagert auf früheren Verteidigungsanlagen aus der hasmonäischen und herodianischen Epoche — Herodes der Große ließ hier drei gewaltige Türme errichten, von denen die massive Basis (der sogenannte Phasaelturm) erhalten geblieben ist. Aufeinanderfolgende Herrscher — Römer, Kreuzfahrer, Mamluken und Osmanen — befestigten den strategischen Sporn und hinterließen das Flickwerk aus Mauern, den Graben und das schlanke osmanische Minarett, das die Silhouette prägt.
Seit 1989 beherbergt die Zitadelle das Davidsturm-Museum (Museum der Geschichte Jerusalems). Es wurde 2023 nach einer umfangreichen mehrjährigen Renovierung wiedereröffnet, die neue Galerien, die Konservierung der antiken Strukturen, Aufzüge und einen erweiterten Eingangsbereich umfasste.
Was zu sehen ist
- Die Geschichtsgalerien — eine chronologische Reise durch 4.000 Jahre Jerusalem, von der kanaanäischen Stadt bis in die Moderne, dargestellt mit Modellen, Artefakten und immersiven Multimedia-Installationen. Eine hervorragende Einführung vor der Erkundung der Altstadt.
- Der archäologische Hof — freigelegte Schichten im Herzen der Zitadelle, einschließlich herodianischer Überreste, inmitten von Gärten und der erhaltenen Phasaelturmbasis.
- Der Wehrgang — besteigen Sie die Türme und Mauern für 360-Grad-Panoramen: die Altstadt-Dächer, die goldene Felsendom, den Ölberg und in die andere Richtung das moderne West-Jerusalem. Dies ist das fotografische Highlight.
- Das Kishle — eine osmanische Kaserne und ein Gefängnis, das an die Zitadelle angrenzt, wo Ausgrabungen Überreste aus der Zeit des Ersten Tempels und eine hasmonäische Mauer freigelegt haben. Es ist bei geführten Besuchen und manchmal gegen separates Zeitticket zugänglich — fragen Sie an der Kasse nach.
Das Nacht-Licht-und-Ton-Spektakel
Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Zitadelle zur Leinwand für das Night Spectacular, ein etwa 45-minütiges Licht-und-Ton-Spektakel, das die Stadtgeschichte auf den antiken Steinen mit Bildern und Musik projiziert. Es gibt keinen gesprochenen Kommentar, sodass es in jeder Sprache funktioniert. Es findet an ausgewählten Abenden statt (meist Montag–Donnerstag und Samstag, wetterabhängig), wird separat von der Tageskarte abgerechnet und ist regelmäßig ausverkauft — im Voraus online buchen. Im Winter warm anziehen; die Vorstellung findet im Freien im Innenhof statt.
Praktische Tipps
- Kommen Sie zur Öffnung (ca. 09:00), wenn die Zitadelle noch ruhig ist und Reisegruppen die Höfe noch nicht gefüllt haben.
- Zwei Stunden einplanen für Galerien und Wehrgang, mehr wenn Sie bei den Aussichten verweilen.
- Online kaufen für die Tageskarte und besonders für das Nachtspektakel; kombinierte Tickets sind günstiger.
- Auf die Treppen achten. Wehrgang und Türme haben steile Stufen; falls die Mobilität eingeschränkt ist, sind die Erdgeschossgalerien jetzt per Aufzug erreichbar, die Wehrgänge jedoch nicht.
- Kein besonderer Dresscode — es ist ein Museum, kein Gotteshaus — aber bequeme Schuhe helfen auf den steinernen Treppen und unebenen Höfen.
- Mit dem Jaffator kombinieren, dem Christlichen Viertel und dem Beginn der Via Dolorosa — alles nur wenige Gehminuten entfernt — und den Tag mit dem Nachtspektakel abschließen.