Yad Vashem — Israels zentrale Gedenkstätte für die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden — liegt auf einem Hügelcampus auf dem Herzlberg im Westen Jerusalems. 1953 per Knessetgesetz gegründet, ist es gleichzeitig Gedenkstätte, Archiv, Forschungsinstitut und dokumentarisches Museum. Kostenloser Eintritt, keine Vorabbuchung für Einzelbesucher erforderlich, und durchgehend als einer der bedeutendsten Museumsbesuche in Israel bewertet. Dieser Führer behandelt die praktischen Entscheidungen: wann man kommt, wie man einen halben Tag auf dem Campus plant, die wichtigsten Bereiche und die Führungsoptionen.
Das Wichtigste
| Eintritt | Kostenloser Eintritt zum Campus und zum Holocaust-Historikmuseum. Audioguide-Verleih ~35 ₪. |
| Öffnungszeiten | So–Do 09:00–17:00 Uhr, Fr und Feiertagsabende 09:00–14:00 Uhr, samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen. Letzter Einlass ins Museum 60 Minuten vor Schließung. |
| Zeitbedarf | Mindestens drei Stunden für das Museum allein; ein halber Tag (4–5 Stunden) für den gesamten Campus. |
| Anreise | Stadtbahn Rote Linie bis Herzlberg-Station, ~5 Minuten Fußweg; ~25 Minuten mit der Stadtbahn oder ~15 Minuten mit dem Taxi vom Stadtzentrum Jerusalems. Gepäckkontrolle am Tor. |
| Beste Tageszeit | Früh anreisen und mehr Zeit einplanen als erwartet; der Campus ist andächtig und lädt zum Innehalten ein. |
| Barrierefreiheit | Der Campus ist hügelig; festes Schuhwerk tragen. Das Holocaust-Historikmuseum wird für Kinder unter 10 Jahren nicht empfohlen (kein Fotografieren im Inneren); das Kinderdenkmal ist für alle Altersgruppen zugänglich. |
Was ist Yad Vashem?
Der Name Yad Vashem — „ein Denkmal und ein Name” — stammt aus Jesaja 56:5: „Ich werde ihnen in meinem Haus und in meinen Mauern einen Ort und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter.” Der Campus ist dem Andenken der Opfer des Holocaust und den Rettern und Widerstandskämpfern gewidmet, die während dieser Zeit gehandelt haben. Der Namenssaal bewahrt Zeugenseiten für über 4,8 Millionen namentlich identifizierte Opfer.
Sehenswürdigkeiten auf dem Campus
Das Holocaust-Historikmuseum
Das 4.200 m² große, dreieckige, in den Herzlberg eingegrabene Gebäude. Der Besuch folgt einer chronologischen Abfolge vom jüdischen Leben in Europa vor dem Holocaust bis zur Ankunft von Überlebenden in Palästina / Israel. Fotografieren ist im Inneren streng verboten; rechnen Sie mit mindestens drei Stunden.
Der Namenssaal
Das zentrale Gedenkdepot — ein 10 Meter hoher Zylinder, der Hunderte von Zeugnisseiten enthält, die einen zentralen Schacht umgeben. Namen und Fotos identifizierter Opfer bedecken die Wände. Der Boden des Schachts spiegelt Tausende von Seiten wider, für die die Opfer noch identifiziert werden müssen.
Das Kinderdenkmal
Ein höhlenartiger unterirdischer Raum in völliger Dunkelheit, wo fünf Kerzen sich in Spiegeln ins Unendliche widerspiegeln und die 1,5 Millionen im Holocaust ermordeten jüdischen Kinder repräsentieren. Für alle Altersgruppen geöffnet; eines der bewegendsten Erlebnisse auf dem Campus.
Die Allee der Gerechten unter den Völkern
Ein von Bäumen und Gedenktafeln gesäumter Weg, der Nichtjuden ehrt, die ihr Leben riskierten, um während des Holocaust Juden zu retten. Bisher wurden über 28.000 Personen anerkannt.
Praktische Tipps
Mehr Zeit einplanen als gedacht. Besucher verbringen systematisch mehr Zeit als erwartet. Angemessene Kleidung als Zeichen des Respekts. Kein Fotografieren im Holocaust-Historikmuseum. Samstags geschlossen und an allen jüdischen Feiertagen — vor dem Besuch den Kalender prüfen.