Die Deutschschweiz — Zürich, Bern, Basel, Luzern, St. Gallen und die übrigen deutschsprachigen Kantone — entsendet jedes Jahr zehntausende Reisende nach Israel. Die deutschsprachige Gemeinschaft der Schweiz umfasst rund 4,5 Millionen Menschen, mit historisch bedeutenden Verbindungen zu Israel, insbesondere über die jüdische Gemeinschaft in Zürich und Basel.
Dieser Leitfaden behandelt die spezifischen Punkte für Deutschschweizer Reisende: Direktflüge ab Zürich, Schweizer Versicherungsregelungen, Steckdosenadapter, Twint und konsularische Anlaufstellen.
ETA-IL ab Januar 2025 obligatorisch
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Schweizer Bürger — auch wenn sie visumbefreit sind — vor dem Einsteigen auf jeden Flug nach Israel eine ETA-IL (Israelische Elektronische Reisegenehmigung) einholen.
So stellen Sie den Antrag:
- Offizielles Portal iaa.gov.il (Israelische Flughafenbehörde) aufrufen
- Formular ausfüllen (persönliche Angaben, Reisepassdaten, Reisezweck)
- Gebühr bezahlen: 25 NIS (ca. 7–8 CHF zum aktuellen Wechselkurs; Belastung in Schekel — aktuellen ILS/CHF-Kurs auf XE.com prüfen)
- Genehmigung per E-Mail erhalten: in der Regel innerhalb von 72 Stunden, manchmal bis zu einigen Tagen
- Mindestens eine Woche vor Abreise beantragen
Die ETA-IL ist für mehrmalige Einreisen über 2 Jahre gültig. Bei der Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen können Einwanderungsbeamte nach Ihrem Reiseprogramm, Ihrer Unterkunft und Ihrem Rückflug fragen — Hotelreservierungen auf dem Telefon oder ausgedruckt bereithalten.
Zulässige Aufenthaltsdauer
Schweizer Bürger erhalten in der Regel eine Touristengenehmigung von 90 Tagen bei der Ankunft. Für einen längeren Aufenthalt muss vor Ablauf der Genehmigung eine Verlängerung bei der israelischen Bevölkerungsbehörde (Misrad HaPnim) beantragt werden.
EDA-Reisehinweise
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) publiziert laufend aktualisierte Reiseempfehlungen für Israel auf eda.admin.ch. Diese Empfehlungen sind eigenständig und können sich von deutschen oder österreichischen Reisewarnungen unterscheiden.
Wichtige Punkte per Mitte 2026:
- Erhöhte Vorsicht für Israel allgemein
- Abgeraten: Gazastreifen, Gebiete nahe der libanesischen und syrischen Grenze im Norden
- Wichtigste touristische Ziele zugänglich: Jerusalem, Tel Aviv, Totes Meer, Galiläa (abseits des Nordgrenzgebiets), Negev, Eilat
EDA-Hinweis immer vor der Buchung, erneut vor der Abreise und regelmässig während der Reise lesen. Die Sicherheitslage kann sich rasch ändern.
Flüge aus der Schweiz
SWISS (LX)
SWISS betreibt Direktflüge von Zürich (ZRH) nach Tel Aviv Ben Gurion (TLV). Die Flugdauer beträgt ca. 4h15. Flugfrequenzen variieren je nach Saison und Sicherheitslage — auf swiss.com nach aktuellen Verbindungen suchen. SWISS ist Mitglied der Star Alliance; wer Miles & More-Meilen sammelt (Lufthansa Group), kann SWISS-Flüge nach Israel für Prämienflüge nutzen.
Edelweiss Air
Edelweiss Air (Chartergesellschaft im SWISS/Lufthansa-Verbund) bietet saisonal Flüge von Zürich nach Tel Aviv an, oft als Pauschalangebote. Angebote auf edelweissair.ch prüfen.
Verbindungen aus der Schweiz
Von Zürich aus sind Verbindungen via Frankfurt (Lufthansa), Wien (Austrian), Paris CDG (Air France) oder Amsterdam AMS (KLM) möglich. Der Zürich-Flughafen hat direkten Bahnanschluss vom Hauptbahnhof (S-Bahn, ca. 10 Minuten).
Versicherung: Die kritische OKP-Lücke
Wichtig: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP / KVG) der Schweiz deckt medizinische Behandlungen ausserhalb der Schweiz grundsätzlich nicht — ausser in sehr begrenzten Fällen innerhalb der EU/EWR — und Israel gehört weder zur EU noch zum EWR.
Wer in Israel krank wird oder einen Unfall hat, wird für medizinische Kosten direkt zur Kasse gebeten. Ein Notaufnahme-Aufenthalt, ein Krankenhausaufenthalt oder ein chirurgischer Eingriff kann mehrere Tausend CHF kosten. Ein medizinischer Rücktransport aus Israel in die Schweiz kann 40.000 CHF oder mehr kosten.
Prüfen Sie Ihre Zusatzversicherung (VVG / Krankenzusatzversicherung): Manche Zusatzversicherungen (CSS, KPT, Swica, Helsana, Concordia, SLKK, Groupe Mutuel usw.) schliessen internationale Notfallkrankenversicherung ein — mit variablen Deckungsgrenzen. Prüfen Sie insbesondere das Rücktransportlimit.
Empfehlung: Wenn Ihre Zusatzversicherung Israel nicht oder ohne Rücktransport abdeckt, vor der Abreise eine internationale Reiseversicherung abschliessen.
Steckdosenadapter: Vorab besorgen
| In der Schweiz | In Israel |
|---|
| Typ J (SEV 1011) — 3 Stifte, davon 2 runde | Typ H — 3 flache V/Y-förmige Stifte |
| 230V / 50Hz | 230V / 50Hz |
Diese beiden Formate sind inkompatibel — ein europäischer Adapter Typ C/E/F reicht nicht aus. Sie brauchen einen Steckdosenadapter Typ J zu Typ H spezifisch für Schweiz–Israel. Dieser Adapter ist in israelischen Flughäfen oder Geschäften schwer zu finden — vor der Reise online bestellen.
Die gute Nachricht: Da die Spannung identisch ist (230V), brauchen Sie keinen Spannungswandler für Schweizer Standardgeräte (Smartphones, Laptops, Tablet-Ladegeräte) — nur der Stecker unterscheidet sich.
Zahlungen und Währung
- Twint funktioniert nicht in Israel — ausschliesslich schweizerisches Inlandssystem
- Visa und Mastercard von Schweizer Banken (UBS, PostFinance, Raiffeisen, ZKB, BCGE, BEKB, Valiant usw.) werden an israelischen Geldautomaten und Terminals akzeptiert
- PostFinance-Karte (gelbe Karte) ist nur an PostFinance-Terminals in der Schweiz akzeptiert — nicht in Israel verwendbar; separate Visa/Mastercard mitführen
- Bank vor Abreise informieren, dass Sie in Israel Transaktionen vornehmen — manche Banken melden nicht gemeldete internationale Kartenutzung als verdächtig und sperren sie ohne Vorwarnung
- Google Pay und Apple Pay funktionieren in Israel, wenn sie mit einer Visa oder Mastercard verknüpft sind
- Bargeld: Geldautomaten in israelischen Städten akzeptieren Maestro/Mastercard und Visa; im Negev und in ländlichen Gebieten etwas Bargeld bereithalten
Schweizer Konsularvertretung in Israel
Die Schweizer Botschaft in Israel befindet sich in Tel Aviv. Aktuelle Kontaktdaten und Öffnungszeiten sind auf eda.admin.ch verfügbar.
Im Notfall (Passverlust, Krankenhausaufenthalt, Verhaftung):
- Botschaft während der Öffnungszeiten kontaktieren
- Ausserhalb der Öffnungszeiten: Konsularischen Notfalldienst der Schweiz über eda.admin.ch erreichen
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