Einige Hebräisch-Phrasen vor der Israel-Reise zu lernen, ist eine der rentabelsten kleinen Investitionen, die man treffen kann. Englisch ist im ganzen Land weit verbreitet — aber mit einem „toda raba” auf der Zunge ist man bei jedem Marktstand, an jedem Hotel-Check-in-Schalter und an jeder Westmauer herzlicher empfangen als ohne.
Dieser Leitfaden verwendet durchgehend phonetische Transkription — kein Erlernen der Hebräischschrift nötig. Alle Phrasen sind standardmäßiges israelisches Hebräisch (sephardische Aussprache), die im ganzen Land die gesprochene Norm ist.
Schrift- und Aussprache-Grundlagen
Hebräisch wird von rechts nach links in einem 22-Buchstaben-Alphabet ohne Groß-/Kleinschreibung geschrieben. Für Reisende reicht phonetische Schreibweise völlig aus — Restaurantspeisekarten, Touristenstätten und Straßenschilder sind universell auf Englisch verfügbar.
Zwei Laute, die es im Deutschen so nicht gibt:
- ‘ch’ / ‘kh’ — wie das ‘ch’ in ‘Bach’ oder ‘Loch’. Nie wie das ‘ch’ in ‘China’. In diesem Leitfaden als ch geschrieben. (Für Deutschsprachige: dieser Laut ist vertrauter als für Englischsprachige!)
- Ayin — ein sanfter Kehlverschluss; im Deutschen nicht vorhanden. Beim Sprechen einfach weich ansetzen; Israelis verstehen den Kontext.
Die Betonung liegt generell auf der letzten Silbe: sha-LOM, to-DA, be-va-ka-SHA.
Begrüßungen und Grundlegendes
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| Hallo / Auf Wiedersehen / Frieden | Shalom | Universell — jederzeit und überall verwendbar |
| Guten Morgen | Boker tov | Antwort: boker or (‘Morgen des Lichts’) |
| Guten Abend | Erev tov | Standardmäßige Abendgröße |
| Gute Nacht | Laila tov | Beim Abschied für die Nacht |
| Wie geht’s? | Ma nishma? | Wörtlich ‘Was hört man?’ — ungezwungen, alltäglich |
| Gut, danke | Beseder, toda | Beseder = OK/gut; das meistgebrauchte Wort im Hebräischen |
| Auf Wiedersehen | Lehitraot | Wörtlich ‘Bis wir uns wiedersehen’ |
| Ja | Ken | |
| Nein | Lo | |
Höflichkeitsphrasen
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| Danke | Toda | Einfache Form |
| Vielen Dank | Toda raba | Die Phrase, die die herzlichsten Reaktionen auslöst |
| Bitte / Bitteschön | Bevakasha | Ein Wort für beide Bedeutungen |
| Entschuldigung / Verzeihung | Slicha | Zum Aufmerksamkeitsgewinnen oder Entschuldigen — beides |
| Ich verstehe das nicht | Ani lo mevin (m) / Ani lo mevina (f) | Hebräisch hat grammatisches Geschlecht |
| Sprechen Sie Englisch? | Ata medaber anglit? (zu einem Mann) / At medaberet anglit? (zu einer Frau) | |
| Ich spreche kein Hebräisch | Ani lo medaber ivrit (m) / Ani lo medaberet ivrit (f) | |
Zahlen
| Zahl | Hebräisch (phonetisch) |
|---|
| 1 | Echad |
| 2 | Shtayim |
| 3 | Shalosh |
| 4 | Arba |
| 5 | Chamesh |
| 6 | Shesh |
| 7 | Sheva |
| 8 | Shmone |
| 9 | Tesha |
| 10 | Eser |
Für größere Zahlen: 20 = esrim, 100 = mea, 1.000 = elef. Bei Bezahlvorgängen funktioniert Zeigen und englische Zahlen verwenden einwandfrei.
Wegbeschreibungen
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) |
|---|
| Wo ist der/die/das…? | Efo ha-…? |
| Links | Smol |
| Rechts | Yamin |
| Geradeaus | Yashar |
| Halt / Stopp | Atzor |
| Nah | Karov |
| Weit | Rachok |
| Straße | Rechov |
| Busbahnhof | Tachanat otobusim |
| Bahnhof | Tachanat rakevet |
| Flughafen | Nemal te’ufa |
Praktischer Tipp: Israelische Fußgänger und Ladeninhaber sind Touristen, die auf Englisch nach dem Weg fragen, gegenüber äußerst hilfsbereit. Ein einfaches ‘efo’ (wo?) gefolgt vom Zielort reicht oft, um eine komplette Gestik-Wegbeschreibung auszulösen.
Im Restaurant oder Café
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| Ich möchte… | Ani rotze… (m) / Ani rotza… (f) | Gefolgt von der Bestellung |
| Die Rechnung, bitte | Heshbon, bevakasha | Unerlässlich — in israelischen Restaurants wird die Rechnung selten automatisch gebracht |
| Wasser | Mayim | Mayim gazim = Sprudelwasser, mayim lo gazim = stilles Wasser |
| Kaffee | Kafe | Kafe hafuch = israelischer Cappuccino (die Standardbestellung) |
| Ohne Fleisch | Bli basar | Nützlich in koscheren wie nicht-koscheren Restaurants |
| Ist das koscher? | Ze kasher? | Relevant auf Märkten und in Delikatessen |
| Lecker | Taim | Dem Koch sagen, das Essen sei taim me’od (sehr lecker), ist immer willkommen |
| Herr Ober! (Aufmerksamkeit) | Slicha! | Wörtlich ‘Entschuldigung’ — die richtige Art, einen Kellner zu rufen |
Einkaufen
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| Was kostet das? | Kama ze ole? | Die nützlichste Einkaufsphrase |
| Teuer | Yakar | |
| Günstig | Zol | |
| Haben Sie…? | Yesh lecha…? (zu einem Mann) / Yesh lach…? (zu einer Frau) | |
| Ich nehme es | Ani ekach et ze | |
| Kreditkarte | Kartis ashrai | Die meisten israelischen Läden akzeptieren Karten; Märkte oft nur Bargeld |
| Quittung | Kabala | |
Auf dem Karmel-Markt oder dem Machane-Jehuda-Markt wechseln Händler bei einem ausländischen Akzent meist zu Englisch — aber ein kama ze ole? am Anfang signalisiert Engagement und bekommt manchmal einen besseren Preis.
Im Hotel oder bei der Unterkunft
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) |
|---|
| Zimmer | Cheder |
| Schlüssel | Mafteach |
| Haben Sie ein freies Zimmer? | Yesh lachem cheder panui? |
| Frühstück | Aruchat boker |
| Auschecken | Yetzia |
| WLAN | Wai-fai (identisch mit dem Deutschen) |
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| OK / Gut / In Ordnung | Beseder | Das meistgebrauchte Wort im israelischen Alltag |
| Wirklich? / Ist das so? | Beemet? | Wörtlich ‘Wirklich?’ — ständig in Gesprächen verwendet |
| Wie schade / Das ist bedauerlich | Chaval | Man hört es ununterbrochen |
| Genug | Maspik | |
| Schnell | Maher | |
| Langsam | Leat leat | Wörtlich ‘langsam langsam’ |
| Geöffnet | Patu’ach | |
| Geschlossen | Sagur | |
| Eingang | Knisa | Steht auf fast jeder Tür in Israel |
| Ausgang | Yetzia | |
| Toilette | Sherutim | Wörtlich ‘Dienste’ — steht auf jeder Badezimmertür |
Notfallphrasen
| Deutsch | Hebräisch (phonetisch) | Hinweis |
|---|
| Hilfe! | Hatsilu! | Notfallruf |
| Polizei | Mishtera | Notruf Israelische Polizei: 100 |
| Krankenwagen | Ambulans | Magen David Adom (Israelisches Rotes Kreuz): 101 |
| Feuer | Esh | Feuerwehr: 102 |
| Ich brauche einen Arzt | Ani tsarich rofe (m) / Ani tsricha rof’a (f) | |
| Krankenhaus | Beit cholim | |
| Apotheke | Beit mirkacha | |
Israelische Notfalldienste antworten auf Englisch. Rufnummern: 100 (Polizei), 101 (Krankenwagen), 102 (Feuerwehr) — Einsatzkräfte sind mehrsprachig.
Praktische Hinweise zur Sprachverwendung
Grammatische Fehler sind kein Problem. Hebräisch hat grammatisches Geschlecht — jedes Substantiv und jede Verbkonjugation ändert sich je nachdem, ob man männlich oder weiblich ist. Touristen mischen sie regelmäßig, und Israelis finden das charmant statt verwirrend. Kein Grund zur Sorge.
Slicha ist der Schweizer Taschenmesser-Begriff. Dieses eine Wort deckt ab: entschuldige mich (beim Vorbeigehen), sorry (zur Entschuldigung), wie bitte? (wenn man etwas nicht gehört hat) und einen Kellner rufen. Es kann gar nicht zu oft verwendet werden.
‘Beseder’ erschließt alles. Sobald man versteht, dass beseder OK in jedem möglichen Sinne bedeutet — bestätigt, verstanden, einverstanden, kein Problem, gut, alles klar — hört man es etwa einmal alle zwei Minuten im israelischen Alltag.
Das lateinische Alphabet ist überall. Ladenschilder, Restaurantspeisekarten, Bahn- und Busanzeigen, Straßenschilder auf Hauptrouten und Flughafenbeschilderung erscheinen alle auf Hebräisch und Englisch. Man kommt ohne Hebräischkenntnisse problemlos zurecht.
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