Givat HaTachmoshet — deutsch: Munitionsberg — ist das erhaltene Schlachtfeld eines der intensivsten Gefechte des Sechs-Tage-Krieges von 1967. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1967 kämpften 218 israelische Fallschirmjäger gegen rund 150 Verteidiger der jordanischen Arabischen Legion durch das unterirdische Betongrabenwerk, um die Nordroute nach Ostjerusalem zu sichern. Die Schlacht dauerte vier Stunden. 36 Israelis und rund 182 Jordanier verloren ihr Leben.
Das gesamte Grabensystem wurde exakt so erhalten, wie es am Ende der Schlacht war. Besucher können dieselben Bunker, Verbindungsgräben, Maschinengewehrstellungen und den Kommandoposten durchlaufen, um die es in dieser Nacht ging — eine der seltenen Gedenkstätten weltweit, an der Besucher sich im tatsächlichen Gelände der Kämpfe befinden. Der Eintritt ist frei.
Diese Gedenkstätte wird sachlich und ehrlich präsentiert — als Ort der Trauer und des Gedenkens für die auf beiden Seiten Gefallenen, nicht als militärisches Spektakel.
Die Schlacht
Warum der Munitionsberg strategisch war
Der Hügel war ein befestigter jordanischer Militärkomplex, der den Nordkorridor zwischen der Enklave auf dem Skopusberg (seit 1948 demilitarisierte Zone unter UN-Aufsicht) und dem Rest Ostjerusalems sicherte. Er lag direkt auf der Anmarschroute zum Ambassador-Hotel-Viertel und den nördlichen Zugängen zur Altstadt.
Die Erstürmung des Munitionsbergs wurde dem 66. Bataillon der 55. Fallschirmjägerbrigade übertragen — Fallschirmjäger, von denen viele Reservisten waren, die nur wenige Tage zuvor einberufen worden waren.
Das Gelände
Das Gelände war ein Komplex aus Betongräben, unterirdischen Bunkern und Schussstellungen, die die jordanische Legion in den 1950er und 1960er Jahren errichtet hatte. Die Verteidiger verfügten über Maschinengewehre und Handwaffenstellungen in einem komplexen Netzwerk. Der Nachtangriff gegen vorbereitete befestigte Stellungen — mit israelischen Kämpfern, die häufig keine direkte Erfahrung im Stadtkampf hatten — machte die Schlacht besonders verlustreich.
Der Ablauf
Der Angriff begann um 2:15 Uhr in der Nacht des 5. auf den 6. Juni. Die israelischen Fallschirmjäger griffen von Süden an, überquerten offenes Gelände unter Feuer aus den jordanischen Stellungen, dann drangen sie in die Gräben für Nahkampf in den unterirdischen Gängen ein. Die Schlacht wurde Graben für Graben, Stellung für Stellung gewonnen. Bei Anbruch des Tages war der Hügel unter israelischer Kontrolle.
Der Besuch heute
Die Schützengräben
Das Herzstück des Besuchs ist der Grabenrundgang — das originale Betongrabenwerk, im Zustand nach der Schlacht erhalten. Besucher folgen demselben Weg, den die Fallschirmjäger von 1967 nahmen: vom Südeingang bis zum zentralen Kommunikationsbunker, zum Kommandoposten und den Waffenstellungen. Erklärungstafeln auf Hebräisch und Englisch begleiten den Weg und verfolgen die Chronologie der Kämpfe.
Das Fallschirmjäger-Museum
Das Innenmuseum dokumentiert die Schlacht durch Archivfotos, zeitgenössische Waffen und Ausrüstung, Schlachtkarten und Veteranenberichte. Ein 22-minütiger Dokumentarfilm auf Hebräisch und Englisch stellt den Kontext der Schlacht und persönliche Zeugnisse vor. Der Museumseintritt beinhaltet einen kleinen Beitrag (Preise auf gvahatacharad.co.il prüfen).
Die Aussicht auf Jerusalem
Vom Gipfel des Hügels bietet sich ein 360°-Panorama auf Jerusalem — vom Skopusberg bis zu den Kirchtürmen der Altstadt. Diese Aussicht hilft, die strategische Logik des Geländes und seine Rolle in der Geographie der Jerusalemschlacht zu verstehen.
Nachtführungen
Geführte Nachttouren des Geländes sind an bestimmten Tagen verfügbar — ein anderes Erlebnis, bei dem die Gräben und Jerusalems Nachtpanorama eine besondere Dimension annehmen. Vorabregistrierung unbedingt erforderlich; Verfügbarkeit auf gvahatacharad.co.il prüfen.
Anreise:
- Stadtbahn: Blaue Linie, Station Ammunition Hill — kurzer Fußweg zur Gedenkstätte
- Taxi vom Jaffa-Tor: ca. 30–45 ₪, 15 Minuten
- Bus: Linien 25 und 28 vom Damaskus-Tor
- Parkplatz: Kostenlos vor Ort
Eintritt: Schützengräben außen und Gelände: kostenlos. Fallschirmjäger-Museum und Film: kleiner Eintrittsbetrag (auf gvahatacharad.co.il prüfen).
Empfohlene Besuchsdauer: 1,5 bis 2 Stunden
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