Rucksackreisen in Israel ist einfacher als erwartet und lohnender, als die meisten Erstbesucher ahnen. Das Land ist kompakt genug, um das Wesentliche in 10–14 Tagen zu sehen, das Hostelnetz ist gut ausgebaut, der öffentliche Nahverkehr erschließt die wichtigsten Strecken, und die Abraham Hostels haben ein Touren-Ökosystem aufgebaut, das die gesamte Logistik deutlich vereinfacht. Dieser Leitfaden behandelt das Hostel-Angebot nach Städten, die wichtigsten Praktiktipps für günstige Reisen und realistischen Rucksack-Reiserouten.
Für allgemeine Kostenschätzungen — Unterkunftsniveaus, Essenspreise, Transportkosten — empfehlen wir den Israel-Kosten- und Budgetführer. Diese Seite konzentriert sich auf die spezifischen Praktiktipps für günstige Reisen.
Das Abraham-Hostels-Netzwerk
Kein Budgetreiseführer für Israel kann die Abraham Hostels ignorieren — die Kette, die die Szene in vier Städten verankert:
Abraham Hostel Jerusalem ist das Flaggschiff: 350 Betten nahe dem Mahane-Yehuda-Markt an der Agrippas-Straße, etwa 25 Gehminuten von der Altstadt und wenige Busstationen von Damaskus- und Jaffator entfernt. Die Gemeinschaftsbereiche, die Dachterrasse und das tägliche Aktivitätenprogramm machen es zum sozialen Mittelpunkt der Jerusalemer Backpacker-Szene. Touren nach Masada + Totes Meer, Galiläa, Petra, Bethlehem und Kontexttouren im Westjordanland starten hier täglich in der Hochsaison.
Abraham Hostel Tel Aviv belegt ein umgenutztes Gebäude im Stadtzentrum an der HaNevi’im Street, in der Nähe des Carmel-Markts und des Florentin-Viertels. Ideal gelegen für Strand, Jaffa und Nachtleben. Die Dachterrasse ist ein Highlight in Tel Aviv; abendliche Aktivitäten finden täglich statt. Touren nach Jerusalem, dem Toten Meer und Galiläa starten hier, dazu Strandpromenaden und Jaffa-Spaziergänge.
Abraham Hostel Haifa ist die einzige Abraham-Unterkunft in einer Stadt, in der der öffentliche Nahverkehr am Schabbat fährt — ein praktischer Vorteil, wenn man freitags anreist. Nahe dem Bahnhof Haifa Merkaz HaShmona, wenige Gehminuten vom Deutschen Viertel entfernt.
Abraham Hostel Eilat liegt in der Nähe der North-Beach-Promenade. Es ist die südliche Basis für Touren nach Petra (Wadi-Araba-Grenzübergang, ca. 90 Minuten bis zum Eingang von Petra), Schnorcheln im Naturschutzgebiet Korallenstand und den Timna-Nationalpark. Die Gruppen sind hier kleiner; die Backpacker-Szene ist weniger dicht als in Jerusalem oder Tel Aviv.
Alle vier Häuser haben einen eigenen Touren-Desk. Die Preise liegen in der Regel bei ₪200–400 pro Person für die großen Tagestouren (Masada + Totes Meer ab Jerusalem; Galiläa-Tour ab TLV oder Jerusalem; Petra ab Jerusalem via Eilat). An der Rezeption buchen; Touren in der Hochsaison füllen sich schnell.
Beste Hostels nach Stadt
Jerusalem
Abraham Hostel Jerusalem (Agrippas 67) ist die erste Wahl — Tour-Infrastruktur, soziales Programm und Lage nahe Mahane Yehuda. Für Reisende, die eine ruhigere, wohnliche Atmosphäre suchen: Ein Kerem (Jerusalem Südwest, 30 Minuten mit dem Bus von der Altstadt) bietet einige Boutique-Gästehäuser in einem Dorfambiente — ideal für längere Aufenthalte. Das Viertel ist 15 Taximinuten von der Altstadt entfernt und bietet guten Zugang zu Yad Vashem.
Schlafsaalpreise in Jerusalem: ca. ₪90–200 pro Nacht; aktuelle Preise auf Hostelworld oder Booking.com prüfen, da die Preise um Pessach, Sukkot, Weihnachten und Ostern zwei- bis viermal so hoch sein können.
Tel Aviv
The Florentine Hostel (Florentin-Viertel, Süden Tel Avivs) ist die Wahl für das Backpacker-Viertel, ideal für alle, die inmitten von Street Art, Kreativszene und Nachtleben sein möchten. Abraham Hostel Tel Aviv eignet sich für alle, die den Tour-Desk und das soziale Programm bevorzugen. Günstige Boutique-Optionen konzentrieren sich auch rund um den Carmel-Markt.
Tel Aviv verfügt über ein Fahrradleihsystem — Tel-O-Fun — mit Stationen in der ganzen Stadt, einschließlich der Tayelet (Promenade). Eine Tageskarte kostet wenige Schekel; es ist die günstigste und schnellste Art, sich durch die flache Innenstadt zu bewegen.
Haifa
Abraham Hostel Haifa (nahe Bahnhof HaShmona) ist die Hauptoption. Haifa ist für die meisten Rucksackreisenden kein Langaufenthaltsort — eine Nacht reicht in der Regel, um die Bahá’í-Gärten und das Deutsche Viertel zu sehen. Die Bahnverbindungen nach Tel Aviv (55–65 Minuten), Akko (25 Minuten) und Nahariya (40 Minuten) machen es zu einem effizienten Zwischenstopp auf einer Nordroute.
Eilat
Abraham Hostel Eilat verankert das südliche Ende des Landes. Günstige Gästehäuser und Hostel-ähnliche Unterkünfte konzentrieren sich auch rund um die North-Beach-Promenade. Eilat ist eine Mehrwertsteuer-Freizone (17 % Ersparnis beim Einkauf), was die generell höheren Unterkunftskosten im Vergleich zu den Städten im Norden teilweise ausgleicht.
Tiberias und See Genezareth
Das Ufer des See Genezareth hat keine große Hostelkette, bietet aber unabhängige Gästehäuser in Tiberias und in Kibbuzim rund um den See. Tiberias ist der praktische Ausgangspunkt für die Galiläa-Tour — Kafarnaum, den Berg der Seligpreisungen, Tabgha und Ein Gev sind alle tagesweise erreichbar. Das Kibbutz-Hotel Ginosar bietet Schlafsaal-ähnliche Zimmer direkt am Seeufer für budgetbewusste Reisende; aktuelle Verfügbarkeit auf Booking.com prüfen.
Günstige Reiselogistik
Günstig reisen
Die Rav-Kav-Transportkarte ist der wichtigste Kauf für Budgetreisende. Am Flughafen Ben Gurion laden (Informationszentrum für öffentliche Verkehrsmittel, 24 Stunden geöffnet), an Bahnhofsautomaten oder in Postämtern. Eine Überlandbus-Fahrt kostet ca. ₪20–40; Züge zwischen Tel Aviv und Jerusalem kosten mit dem Rav-Kav ca. ₪15–20. Den Transportleitfaden für Streckenvergleiche konsultieren.
Sheruts (Sammeltaxis) füllen die Lücken am Schabbat. Sie bedienen die wichtigsten Überlandstrecken — Tel Aviv ↔ Jerusalem, Haifa ↔ Tel Aviv — zu Festpreisen (ca. ₪35 Tel Aviv–Jerusalem) und fahren ab, wenn sie voll sind. Am Schabbat sind sie oft die einzige Überlandoption; nahe dem Zentralen Busbahnhof in Tel Aviv oder im Stadtzentrum von Jerusalem einsteigen.
Günstig essen
Israels Märkte sind gleichzeitig Erlebnis und Ersparnis:
- Mahane Yehuda, Jerusalem — Hummus, Brot, Obst und Halva morgens kaufen; freitagsnachmittags vor dem Schabbat für die beste Stimmung zurückkehren. Falafel- und Shakshuka-Stände im überdachten Souk (Gasse) für ₪20–35 als Mittagessen.
- Carmel-Markt, Tel Aviv — die Lebensmittelgasse (Straße HaCarmel) bietet ausgezeichnetes Sabich, Hummus und frische Säfte. Freitagmorgens herrscht die lebhafteste Atmosphäre.
- Flohmarktviertel Jaffa — die umliegenden Straßen beherbergen Falafel- und Hummus-Klassiker zu moderaten Preisen; Jaffa bleibt eines der günstigsten Viertel für Mahlzeiten in Tel Aviv.
Ein vollständiges Marktmittagessen kostet in der Regel ₪25–50 pro Person. Für ein Restaurantessen sollte man ₪50–120 pro Person einkalkulieren. Den Leitfaden für israelische Straßenküche für Bestelltipps und Lokale konsultieren.
Schabbat-Planung
Der Schabbat ist die wichtigste logistische Herausforderung für Rucksackreisende in Israel. Von freitagmittags (die Kerzenanzündzeit variiert je nach Jahreszeit — den Schabbat-Kalender prüfen) bis samstagabends stellt der öffentliche Nahverkehr in den meisten Teilen Israels den Betrieb ein. Supermärkte schließen; viele Restaurants schließen oder reduzieren ihre Öffnungszeiten. Voraus planen:
- Donnerstagabend oder freitagmorgens einkaufen, um für den gesamten Schabbat versorgt zu sein — besonders in Jerusalem, wo der Schabbat strikt eingehalten wird und die Optionen begrenzt sind.
- Den Schabbat zum Spazierengehen nutzen. Der Samstag in der Jerusalemer Altstadt hat eine besondere Atmosphäre; die Tel Aviver Strandpromenade ist belebt und weltlich.
- Haifa ist eine Ausnahme — Carmelit und Stadtbusse fahren am Schabbat. Unter Was am Schabbat geöffnet ist für Details nach Stadt nachsehen.
- Sheruts fahren und sind freitagabends und samstags die einzige Überlandoption.
Gruppentouren ab den Backpacker-Hubs
Der Touren-Desk der Abraham Hostels ist der einfachste Ausgangspunkt — wettbewerbsfähige Gruppenpreise, erfahrene Guides, Abholung vom Hostel. Zum Vergleich und wenn Abraham-Touren ausgebucht sind, listen GetYourGuide und Viator dieselben Routen bei mehreren Anbietern:
| Tour | Richtwert (pro Person) | Abfahrt ab |
|---|
| Masada-Sonnenaufgang + Schwimmen im Toten Meer | ₪280–400 | Jerusalem, TLV |
| Totes Meer ganztags (ohne Masada) | ₪220–330 | Jerusalem, TLV |
| Galiläa-Tour + Nazareth | ₪280–400 | Jerusalem, TLV |
| Petra-Ausflug (langer Tag) | ₪500–700 | Jerusalem via Eilat |
| Bethlehem halbtags | ₪150–250 | Jerusalem |
| Caesarea + Haifa halbtags | ₪200–330 | TLV |
Die Preise sind ungefähre Spannen — aktuelle Preise auf den Buchungsplattformen prüfen. Abraham-Hostels-Touren liegen für ihre Gäste in der Regel am unteren Ende dieser Spannen.
Reiserouten-Vorschläge für Rucksackreisende
10 Tage: Die klassische Route
Tage 1–3: Tel Aviv — Jaffa, Carmel-Markt, Strand, Florentin und Nachtleben auf dem Rothschild-Boulevard. Optionaler Halbtagesausflug nach Caesarea.
Tage 4–6: Jerusalem — Altstadt (Armenisches, Christliches, Jüdisches und Muslimisches Viertel), Ölberg, Mahane Yehuda, Yad Vashem. Masada + Schwimmen im Toten Meer. Halbtag Bethlehem.
Tage 7–8: Galiläa — Basis in Tiberias oder Abraham Hostel Haifa. Tour am See Genezareth (Kafarnaum, Berg der Seligpreisungen, Taufstätte Yardenit), optionale Wanderung auf den Berg Arbel.
Tag 9: Haifa — Bahá’í-Gärten, Deutsches Viertel, Wadi Nisnas.
Tag 10: Rückfahrt nach Tel Aviv für den Flug.
14 Tage: Mit dem Süden
Zwei bis drei Tage in Eilat nach Jerusalem hinzufügen — Korallenstand, Timna-Nationalpark und die Petra-Tour über den Wadi-Araba-Grenzübergang. Rückkehr nach Tel Aviv zur Abreise oder Inlandsflug TLV → ETH.
Budgettipp für die Reiseroute
Mehrere aufeinanderfolgende Nächte zu buchen statt täglich weiterzuziehen spart sowohl Geld als auch den Aufwand, jeden Tag den Rucksack zu schleppen. Jerusalem (3 Nächte) und Tel Aviv (3 Nächte) sind vernünftige Mindestaufenthalte; Tiberias (2 Nächte) und Eilat (2 Nächte) falls man den Süden miteinbezieht. Der Israel-Unterkunftsleitfaden deckt das gesamte Spektrum von Hostels bis Mittelklasse-Hotels nach Region ab.
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