Timna Park gehört zu den visuell eindrucksvollsten Landschaften Israels — ein Nationalpark 25 km nördlich von Eilat, der antike Kupferminen, monumentale Sandsteinfelsformationen und 3.200 Jahre Geschichte zu einem denkwürdigen Halbtagesausflug verbindet. Für Besucher, die in Eilat basiert sind, ist er das offensichtlichste Ausflugsziel außerhalb der Stadt.
Dieser Leitfaden behandelt die wichtigsten Attraktionen des Parks, praktische Besuchslogistik und wie Timna als Teil eines größeren südisraelischen Tagesplans kombiniert werden kann.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Timna Parks
Salomonsäulen (Amudei Shlomo)
Das Wahrzeichen des Parks: zwei gewaltige Sandsteinsäulen, die durch Erosion der umgebenden Fläche herauspräpariert wurden. Die 50 Meter hohen, freistehenden Türme entstanden, als weiches Sandgestein um harte Felsadern herum erodierte. Der Name “Salomonsäulen” stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert — archäologisch gibt es keinen Zusammenhang mit König Salomon.
Die beste Fotoperspektive ist am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das seitliche Licht die roten Töne des Sandsteins hervorhebt. Von der Hauptstraße des Parks aus zu Fuß oder mit dem Auto in wenigen Minuten erreichbar.
Der “Pilzfelsen” — eine Sandsteinformation, die durch differentielle Erosion (das weichere Fundament erodiert schneller als der härtere obere Fels) in Form eines Pilzes entstanden ist — ist eine der meistfotografierten Einzelformationen Israels. Die Formation ist unverkennbar: ein breiter roter Felsblock auf einem schmaleren Sockel.
Direkt an der Hauptroute des Parks erreichbar, mit kurzen Wanderwegen rund um die Formation.
Der ägyptische Hathor-Tempel
Einer der bemerkenswertesten archäologischen Befunde des Parks: ein ägyptischer Tempel aus der Zeit des Neuen Reiches (ca. 14.–12. Jh. v. Chr.), der der Göttin Hathor geweiht war, der Patronin der Kupferbergleute. Der Tempel wurde von Pharao Sethos I. und später von Ramesses II. erbaut — zeitgenössisch mit dem biblischen Mose.
Die erhaltenen Reste umfassen Felsgravierungen, Cartouchen der Pharaonen und Überreste der Tempelstruktur. Ein kleines Museum vor Ort (im Ticketpreis inbegriffen) erklärt die Ausgrabungsgeschichte.
Historischer Kontext: Die Kupferminen in Timna wurden von ägyptischen Überwachern mit lokalen Arbeitern (möglicherweise Midianiter) betrieben. Die Funde im Tempel — inklusive eines Kupferschlangen-Artefakts ähnlich dem biblischen Nehuschtan — haben zu Debatten über Verbindungen zur biblischen Wüstenwanderung geführt.
Die antiken Kupferminen
Über 10.000 Schächte und Stollen bedecken das Timna-Tal — das sichtbarste Zeugnis der 3.200-jährigen Bergbaugeschichte des Ortes. Einige Schächte sind heute begehbar (mit einem Führer oder auf markierten Wegen).
Sicherheitshinweis: Verlassen Sie die markierten Wege nicht und gehen Sie nie allein in Minenschächte — viele sind unbefestigt und strukturell gefährdet.
Timna-See
Ein kleiner künstlicher See im Parkinnern bietet eine überraschende Oase inmitten der Wüste. Pedal- und Ruderboote sowie Kajakboote können gemietet werden — eine willkommene Abwechslung für Kinder nach dem Erkunden der Felsformationen.
Der See ist besonders attraktiv im Winter und frühen Frühling, wenn Zugvögel auf ihrem Weg von Afrika nach Europa eine Pause einlegen.
Sternbeobachtung
Timna Park liegt fernab von Lichtverschmutzung und bietet von November bis März an ausgewählten Abenden ein offizielles Sternbeobachtungsprogramm mit Teleskopen und Guide. Der dunkle Wüstenhimmel über dem Park ist außergewöhnlich — auch ohne organisiertes Programm ist ein abendlicher Besuch im Winter spektakulär.
Termine und Buchung auf timna-park.co.il.
Praktische Besuchslogistik
Anreise
Mit dem Auto (empfohlen): Route 90 Richtung Norden ab Eilat für 25 km. Fahrtzeit ca. 20–25 Minuten. Im Park ist eine eigene Fahrzeugbewegung vorteilhaft — die Hauptattraktionen liegen verstreut über eine Fläche von 60 km².
Mit einer Tour ab Eilat: Mehrere Betreiber führen Halbtages- und Ganztages-Touren durch, die Timna Park einschließen. Vorteil: kein Fahren, Guide erklärt den Kontext. Nachteil: weniger Flexibilität bei Stopps.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Nicht praktikabel. Der nächste Bushalt auf Route 90 liegt mehrere Kilometer vom Parkeingang entfernt.
Mietwagenempfehlung
Ein Mietwagen ab Eilat ermöglicht nicht nur Timna Park, sondern auch die Kombination mit dem Roten Canyon (15 km nördlich), Hai Bar Yotvata (30 km nördlich) und gegebenenfalls dem Ilan Ramon Airport als Ausgangspunkt. Preisvergleich: Mietwagen Eilat.
Wichtige Hinweise
INPA-Pass gilt nicht: Timna Park wird von einer eigenständigen Behörde verwaltet, nicht vom INPA. Der Israel-Nationalpark-Pass, der für INPA-Stätten gilt (wie Masada, Ein Avdat, Beit She’an), ist hier nicht gültig. Eintritt separat bezahlen — aktuelle Preise auf timna-park.co.il.
3-Tage-Ticket-Tipp: Timna Park bietet ein Ticket an, das 3 Tage lang gültig ist — zum gleichen Preis wie ein Einzeleintritt. Für Besucher, die mehrere Tage in der Gegend verbringen und sowohl Tag- als auch Nachtprogramm erleben möchten, ist das ein echter Mehrwert.
Wasserversorgung: Wasser ist im Park an einigen Punkten erhältlich, aber bringen Sie mindestens 2 Liter pro Person mit. Im Sommer deutlich mehr.
Beste Besuchszeit: November–März für angenehme Temperaturen. April–Oktober: frühmorgendlich beginnen und bis Mittag fertig sein. Vermeiden Sie die Mittagshitze im offenen Gelände.
Das beliebteste Kombinationsprogramm ab Eilat:
Morgens (08:00–12:00): Timna Park — Salomonsäulen, Pilzfelsen, Hathor-Tempel, antike Minen.
Mittags (12:00–13:00): Pause mit mitgebrachten Verpflegung im Park-Schatten oder weiterfahren.
Nachmittags (13:00–16:00): Roter Canyon bei Shaharut — 3,5 km Schluchtwanderung durch enge rote Sandsteinpassagen. Ideales Nachmittagslicht für Fotografie.
Rückkehr nach Eilat: ca. 16:30 Uhr.
Weitere Tagesausflüge ab Eilat im Tagesausflüge-ab-Eilat-Guide.
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