Die Abraham-Abkommen, unterzeichnet im September 2020 zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain — gefolgt vom marokkanischen Normalisierungsabkommen im Dezember 2020 — haben Direktflugverbindungen geöffnet und, bedeutsamer noch, Golfstaatenbürgern einen Weg ermöglicht, Israel direkt zu erleben. Seitdem kommen emiratische, bahrinische und marokkanische Besucher in wachsender Zahl nach Tel Aviv, Jerusalem, Nazareth und Eilat — angezogen von Rotes-Meer-Tauchen, gemeinsamem abrahamitischem Erbe, der Jerusalemer Altstadt und der Neugier auf ein Land, das früher völlig außerhalb ihrer Reiserouten lag.
Israel hat eine große arabischsprachige Bevölkerung, aktive Moscheen in jeder größeren Stadt, eine reiche arabisch-israelische Küchentradition und leichten Zugang zum Tempelberg/Haram al-Scharif — der drittheiligsten Stätte des Islam. Auch im deutschsprachigen Raum leben zahlreiche Golfstaaten-Bürger, die Israel als Reiseziel entdecken — insbesondere für Medizinreisen und hochwertige Einkaufserlebnisse verbunden mit einem historischen Besuch. Dieser Ratgeber beantwortet die praktischen Fragen, die Golfreisende vor dem Flug haben.
ETA-IL: Pflichtgenehmigung vor der Reise
Seit Januar 2025 müssen alle visumbefreiten Reisenden — einschließlich Staatsbürger der VAE, Bahrains und Marokkos — eine ETA-IL vor der Israelreise einholen.
ETA-IL beantragen
- Antrag unter: eta.gov.il
- Gebühr: ca. ₪25
- Bearbeitung: in der Regel Minuten bis Stunden
- Gültigkeit: 2 Jahre, Mehrfacheinreisen
Für detaillierte Informationen zum Antragsverfahren den Israel-ETA-IL-Ratgeber lesen.
Flüge aus den Golfstaaten nach Israel
Etihad, FlyDubai, El Al und Air Arabia betreiben Services zwischen den Emiraten und Tel Aviv. Flugdauer ab Dubai: ca. 3 Stunden 15 Minuten; ab Abu Dhabi ca. 3 Stunden 30 Minuten. Royal Air Maroc verbindet Casablanca (CMN) direkt mit TLV. Aktuelle Flugpläne auf den Websites der Fluggesellschaften prüfen.
Jerusalem: Die Heilige Stadt
Für muslimische Golfreisende ist Jerusalem ein religiöses Erstrangziel — der Haram al-Scharif (Tempelberg) ist die drittheiligste Stätte des Islam.
Zugang zum Haram al-Scharif/Tempelberg
Muslimische Besucher können für das Gebet durch mehrere Tore eintreten. Zugangszeiten ändern sich regelmäßig — aktuelle Regelungen beim Islamischen Waqf vor dem Besuch prüfen. Das Innere der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms steht nur Muslimen offen.
Für die Erkundung der Altstadt jenseits des Harams den Altstadt-Spaziergang Jerusalem lesen.
Kleidung und Etikette
Für den Besuch aller Heiligen Stätten bedeckende Kleidung (Schultern und Knie bedeckt) erforderlich. Den Kleiderordnungs- und Etikettenleitfaden für Heilige Stätten vor dem Besuch lesen.
Arabischsprachige Städte und Viertel
- Nazareth — die größte arabische Stadt Israels; Basilika der Verkündigung + Friedensmoschee + Altstadt; Nazareth-Reiseführer
- Akko (Acre) — UNESCO-Welterbe Altstadt; Märkte, Moscheen, arabische Restaurants; Akko-Reiseführer
- Jaffa — arabisches Viertel südlich des Tel Aviver Hafens; Flohmarkt + arabische Cafés + Galerien
- Muslimisches Viertel Jerusalem — Essen, Handwerk, Souks und islamische religiöse Stätten
Halal-Essen
Zertifiziertes Halal-Essen ist in arabisch-israelischen Vierteln verfügbar. Muslimisches Viertel Jerusalem, Nazareth, Jaffa, Wadi Nisnas Haifa und Akko sind die zuverlässigsten Zonen. Außerhalb arabischer Viertel stets beim Restaurant nach Halal-Zertifizierung fragen — koscheres Essen ist nicht automatisch Halal.
Mietwagen und Mobilität
Ein Mietwagen bietet maximale Flexibilität für die Erkundung der Galilaea, des Toten Meers, des Negevs und Eilats. Führerscheine aus den Golfstaaten werden in Israel anerkannt. In Israel wird rechts gefahren.