September kommt nach Israel mit Hitze und Feiertagen zugleich. Die Hohen Jüdischen Feiertage — Rosch Haschana, Jom Kippur und der Beginn von Sukkot — machen diesen Monat zum rituell dichtesten im israelischen Kalender und zum komplexesten zu navigieren als Tourist. Wer gut plant, erlebt im September eines der eindrucksvollsten Reiseerlebnisse der Region: jahrtausendealte Feiertage, die in den Straßen eines modernen Landes zelebriert werden, Weinernten, die sich in den Hügeln öffnen, und das Mittelmeer auf seinem wärmsten und blausten.
September in zwei Phasen
Das Israel des Septembers teilt sich klar an Rosch Haschana:
Anfang September (ungefähr 1.–10.): Heiß, noch sommerlich im Charakter, moderate Besucherzahlen, relativ normale Preise. Das Wertfenster innerhalb des Septembers.
Von Rosch Haschana bis Monatsende: Der Charakter des Landes verwandelt sich. Die Feiertagssaison absorbiert den gesamten nationalen Kalender. Jerusalem und Galiläa füllen sich. Hotelpreise steigen. Das Rhythmus des Alltags verlangsamt sich und verändert sich. Dies ist das Fenster, um Israel in einem seiner authentischsten Modi zu erleben.
Genaue Daten für das jeweilige Jahr stets auf chabad.org/holidays prüfen — sie verschieben sich jährlich mit dem hebräischen Kalender.
Rosch Haschana: das Jüdische Neujahr
Rosch Haschana — wörtlich “Kopf des Jahres” — ist ein zweitägiger Feiertag, der mit einer Mischung aus Feierlichkeit und Feier begangen wird. 2026 fällt er auf den 11.–13. September (Vorabend des 10. September bis Sonnenuntergang des 13.); für andere Jahre prüfen.
Die Atmosphäre: Märkte und Supermärkte quellen über mit Granatäpfeln, Honig, Äpfeln und rundem, süßem Challah-Brot. Blumenstände laufen auf Hochtouren. Familien kommen aus dem ganzen Land und der Diaspora zusammen. Synagogen sind auf Maximalkapazität.
Was man als Tourist erleben kann:
Die Klagemauer: Rosch-Haschana-Gebete am Kotel beginnen vor der Morgendämmerung an beiden Tagen. Der Platz füllt sich mit Zehntausenden von Gläubigen; selbst für nicht-jüdische Besucher ist die Atmosphäre wirklich außerordentlich. Bescheidene Kleidung tragen (Frauen: Schultern und Knie bedeckt; Männer: Kopfbedeckung erforderlich — am Kotel erhältlich).
Taschlich-Zeremonie: Am Nachmittag des Rosch Haschana gehen jüdische Gemeinschaften zum Wasser, um symbolisch die Sünden des vergangenen Jahres abzuwaschen. In Tel Aviv füllen sich der Strand und der Yarkon-Fluss mit großen informellen Zusammenkünften; in Jerusalem das Kidrontal. Das Spektakel ist gemeinschaftlich und für respektvolle Beobachter zugänglich.
Jom Kippur: der Tag der Fahrräder
Jom Kippur ist in Israel einzigartig in der Welt.
Von Sonnenuntergang am Vorabend des Kol Nidre bis zum Abend des nächsten Tages (rund 25 Stunden) macht das ganze Land effektiv eine Pause. Was passiert:
- Alle Geschäfte, Restaurants und Betriebe schließen.
- Der öffentliche Nahverkehr wird vollständig eingestellt — kein Bus, kein Zug, keine Sammeltaxis.
- Der private Kraftfahrzeugverkehr ist so stark verpönt, dass er nahezu verschwindet.
- Die meisten Fernseh- und Radiosender stellen ihren normalen Betrieb ein.
- Flughäfen funktionieren (Ben Gurion bleibt für internationale Flüge offen), aber der Binnenverkehr stoppt.
Was das Vakuum füllt, ist eines der markantesten Schauspiele weltweit: Israels Straßen werden zu Fahrradwegen. Während der Autoverkehr verschwindet, nehmen Familien die Straßen mit Fahrrädern ein — Kinder, Eltern und Großeltern fahren auf normalerweise verstopften Autobahnen. Auf der Küstenstraße Tel Avivs radeln Jugendliche auf dem Tayelet mit Meerblick. Auf der Route 1, normalerweise voller Jerusalemer Verkehr, fahren Familien in der Mitte der Fahrspuren. Die Stille ist außerordentlich; die Atmosphäre ist friedlich, gemeinschaftlich und leicht surreal.
Für Touristen an Jom Kippur:
- Logistik am Vorabend regeln — Supermärkte und Geschäfte schließen am Nachmittag vor Kol Nidre.
- Hotels sind voll in Betrieb.
- Die Klagemauer am Vorabend von Kol Nidre ist in ihrer intensivsten Atmosphäre — Zehntausende nehmen an dem Kol-Nidre-Gebet teil, das kurz vor Sonnenuntergang beginnt.
- In jüdischen Vierteln nicht öffentlich essen oder trinken an Jom Kippur — selbst als Tourist gilt öffentliches Konsumieren als respektlos.
- Ein Fahrrad im Voraus leihen (Geschäfte sind am Tag selbst geschlossen) ermöglicht die denkwürdigste Art, das einzigartige Jom Kippur Israels zu erleben.
Weinlese: Weingüter im September
Die Weingüter der Golanhöhen und Galiläas beginnen ihre Ernte im September — einer der besten Gründe, gezielt diesen Monat zu wählen.
Welche Sorten und wann:
- Anfang September (vor Rosch Haschana): Sauvignon Blanc, Chardonnay und aromatische Weißweinsorten aus den Hochlagen-Weingütern des Golan.
- Mitte bis Ende September: Syrah, Cabernet Franc und Merlot aus den Niedrig-Lagen-Weingütern in Galiläa.
- Judäische Hügel: Produzenten wie Tzora, Bat Shlomo und Sphera beginnen ebenfalls zu ernten.
Wie man teilnehmen kann: Das Yarden-Weingut in Katzrin (Golanhöhen) ist ohne Reservierung für Besucher geöffnet; die meisten handwerklichen Produzenten erfordern Terminvereinbarungen 2–3 Wochen im Voraus — direkt kontaktieren. Den Golan-Weingüter-Guide und den Golan-Reiseführer für die Karte der Weingüter und regionale Verkostungswege konsultieren.
Wetterkarte September
| Destination | Tagestemperatur | Meer | Hinweise |
|---|
| Tel Aviv / Küste | 27–31°C | 27°C | Strand noch in Saison |
| Jerusalem | 24–29°C | — | Wärmer als der Sommer |
| Galiläa / Golan | 28–33°C | 28°C (Kinneret) | Weinlese läuft |
| Negev / Totes Meer | 35–40°C | 31°C (TM) | Aktivitäten früh morgens |
| Eilat | 35–40°C | 27–28°C | Klares Meer, gutes Tauchen |
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