Israel und Jordanien ergeben zusammen eine der großartigsten Reisekombinationen der Welt. Die beiden Länder teilen eine lange Landgrenze, zwei offene Grenzübergänge und eine Dichte historischer, spiritueller und natürlicher Sehenswürdigkeiten, die kaum eine Region auf der Erde erreicht. Diese 10-Tage-Reiseroute verbindet die Höhepunkte zu einer logischen Route: beginnend in Jerusalem, vorbei am Toten Meer und Masada auf dem Weg nach Süden, Grenzübertritt nach Jordanien bei Eilat, dann nordwärts durch Petra, Wadi Rum und Amman, bevor die Rückkehr nach Israel über die Allenby-Brücke erfolgt.
Wenn Sie nur einen Tagesausflug nach Petra aus Israel suchen, siehe den Petra-ab-Israel-Führe und den Petra-ab-Eilat-vs.-Amman-Vergleich. Für eine fokussierte 2–3-Tage-Petra-und-Wadi-Rum-Reise ab Eilat ohne die volle 10-Tage-Reiseroute, siehe den Petra & Wadi Rum ab Eilat-Führe. Diese Reiseroute ist für Reisende, die beiden Ländern angemessen Zeit widmen wollen.
Auf einen Blick
| Details |
|---|
| Gesamtdauer | 10 Tage / 9 Nächte |
| Beste Saison | März–Mai oder September–November (mild, handhabbare Hitze) |
| Einreiseübergänge | Flug nach Tel Aviv (Ben Gurion); südwärts Eilat → Aqaba; nordwärts Allenby-Brücke (Amman → Jericho) |
| Fahren | Israelischer Mietwagen südwärts nach Eilat; jordanische Seite: Mietwagen oder Transfer |
| Jordanien-Visum | Jordan Pass (online vor der Einreise kaufen) oder Visum bei Ankunft |
| Ungefähres Budget | Budget: ~150–220 €/Tag/Person; Mittelklasse: ~280–420 €/Tag/Person |
| Wichtige Aspekte | Schabbat-Timing; Grenzgebühren (30–65 € pro Seite); Jordan Pass lohnt bei 3+ Sehenswürdigkeiten |
Tage 1–3: Jerusalem
Flug nach Ben-Gurion-Flughafen und direkt nach Jerusalem — ca. 50 Minuten mit Bahn oder Shuttle. Drei Tage sind das Minimum, das der Stadt gerecht wird.
Tag 1 — Grundlagen der Altstadt. Durch die Altstadt Jerusalem gehen: Jüdisches Viertel und Klagemauer (untere Plaza tagsüber, abends atmosphärischer), Via Dolorosa durch das Muslimische Viertel zur Grabeskirche, Armenisches Viertel auf dem Rückweg. Mittagessen in den Märkten des Muslimischen Viertels. Abend an der Mahane-Yehuda-Markthalle — der Markt verwandelt sich nach Einbruch der Dunkelheit in eine Bar- und Restaurantmeile.
Tag 2 — Ölberg und Yad Vashem. Früh am Ölberg-Aussichtspunkt für die ikonische Jerusalem-Silhouette. Hinuntergehen durch den Garten Gethsemane und die Kirche aller Nationen zum Kidron-Tal. Nachmittag in Yad Vashem — mindestens drei Stunden einplanen. Das Israelische Museum oder das Tower-of-David-Nachtspektakel sind starke Abendoptionen.
Tag 3 — Tagesausflug nach Bethlehem. Ein Morgenausflug nach Bethlehem (30 Minuten vom Damaskus-Tor-Bereich Jerusalems per Sammeltaxi) umfasst die Geburtskirche — die älteste dauerhaft aktive christliche Kirche der Welt —, den Krippenplatz und die Milchgrotte. Rückkehr am frühen Nachmittag für letztes Jerusalem-Wandern: das Gebrannte Haus und der Cardo im Jüdischen Viertel oder der Zinnenrundgang über den Stadtmauern.
Tag 4: Totes Meer
Ein Totes-Meer-Tag passt natürlich zwischen Jerusalem und den Süden. Ab Jerusalem ca. 90 Minuten auf Route 1 ostwärts, dann Route 90 südwärts nach Kalia Beach (nördlichster öffentlicher Strand) oder Ein Bokek (Feriengebiet, weitere 45 Minuten südlich). Falls Übernachtung in Ein Bokek — der empfohlene Ansatz — ermöglicht Sonnenuntergangs-Schwimmen und Zugang zu Hotelspa-Anlagen am Abend.
Grundregeln Totes Meer: alten Badeanzug mitbringen (Salz bleicht), Wasserschuhe (Ufer sind scharfe Salzkristalle), Süßwasser zum sofortigen Abspülen bei Augenkontakt, LSF 50+. Am selben Tag nicht rasieren. Empfohlene Maximalzeit im Wasser: 15–20 Minuten. Mineralschlamm ist natürlich in flachen Bereichen und an Ständen vorhanden.
Tag 5: Masada + Transfer nach Eilat
Masada-Sonnenaufgang ist der klassische Abschluss des Totes-Meer-Abschnitts. Die Seilbahn fährt ab ca. 8:00 Uhr; Wanderer auf dem Schlangenweg sollten die Basis vor 5:30 Uhr verlassen. Die Stätte — Herodes des Großen Wüstenpalast, spätere Zeloten-Festung — lohnt eine Stunde auf dem Gipfel vor Massen und Hitze. Von Masada sind es ca. 2,5 Stunden Fahrt südwärts nach Eilat.
Eilat ist Israels Rotes-Meer-Ferienort: steuerfreies Einkaufen (keine Mehrwertsteuer = 17% Ersparnis auf Elektronik, Kosmetik, Alkohol), ganzjährig warmes Wasser und 15 Minuten zur jordanischen Grenze. Nachmittag im Korallenriff-Naturschutzgebiet (geschütztes Riff, schnorchelgerecht, Eintritt ca. ₪40 Erwachsene) oder Entspannen vor dem morgigen Grenzübertritt.
Tag 6: Grenzübertritt nach Jordanien — Eilat → Aqaba → Petra
Die Grenze: Der Yitzhak-Rabin/Wadi-Araba-Übergang zwischen Eilat und der jordanischen Stadt Aqaba ist der unkomplizierteste Übergang zwischen den beiden Ländern. Täglich geöffnet, typischerweise 45–90 Minuten Bearbeitungszeit. Zu Fuß oder per Taxi vom Eilater Stadtzentrum zum Terminal; zu Fuß überqueren; Jordanien-Einreisestempel abholen und Transport in Aqaba organisieren. Für israelische Ausreise- und jordanische Einreisegebühren an der Grenze budgetieren (ca. 30–65 € gesamt pro Person für beide Seiten).
Jordan Pass: Falls online gekauft (dringend empfohlen — bündelt jordanische Visagebühr mit kostenlosem Petra-Eintritt und 40+ Sehenswürdigkeiten), bei der jordanischen Einwanderungsbehörde vorzeigen. Pass muss vor der Grenzüberquerung aktiviert werden.
Aqaba nach Petra: ca. 130 km nördlich über den Desert Highway, zwei bis zweieinhalb Stunden per Taxi oder Privattransfer. Fahrer aus Aqaba nach Möglichkeit im Voraus buchen; Alternativen: Sammeltaxis oder über Wadi Rum. Abends im Petra-Hotel oder Gästehaus einchecken für den morgigen frühen Start.
Tag 7: Petra — Ein voller Tag
Den gesamten Tag für Petra einplanen — dies ist die spektakulärste Archäologiestadt der Welt und belohnt ungeeilte Aufmerksamkeit.
Pflichtsehenswürdigkeiten für einen Tag: der Siq (1,2 km langer Schluchteingang), das Schatzhaus (Al-Khazneh), die Fassadenstraße, das Theater, die Kolonnadenstraße, der Große Tempel und der Qasr al-Bint. Diese füllen einen halben Tag.
Wenn Zeit bleibt: der Hohe Opferplatz (45-minütige Wanderung, weite Ausblicke), die Königsgräber an der östlichen Felswand und die Byzantinische Kirche mit Mosaikböden. Für das Kloster (Al-Deir) — Petras größtes Monument — ist entweder ein sehr früher Start oder ein zweiter Tag nötig; es ist ein 800-Stufen-Aufstieg.
Praktische Hinweise: Die Stätte ist groß (26 km² Wandergebiet) — bequeme Schuhe tragen und Wasser mitbringen. Eintritt im Jordan Pass enthalten. Pferde werden für die ersten 600 Meter zum Siq-Eingang angeboten; optional, nicht notwendig.
Tag 8: Wadi Rum
Von Petra ist Wadi Rum ca. 1,5–2 Stunden südlich — das dramatische Rotsandwüstengebiet mit enormen Sandstein-Monolithen und antiken Felsinschriften, UNESCO-Weltnaturerbe und Filmkulisse für mehrere Wüstensequenzen bekannter Filme.
Eine Standard-4-stündige Jeep-Tour deckt die Hauptsehenswürdigkeiten ab: Lawrence-Quelle, Khazali-Canyon-Inschriften, Sanddüne, Um-Fruth-Felsbogen. Sonnenuntergangs-Jeepfahrten sind beliebt.
Übernachtung im Beduinencamp ist eines der einprägsamsten Erlebnisse der Region — Schlafen unter einem außergewöhnlichen Sternenhimmel mit minimaler Lichtverschmutzung. Camps reichen von einfach bis zum Glamping-Zeltlodge. In der Hochsaison (März–Mai, Oktober–November) im Voraus buchen.
Tag 9: Wadi Rum → Amman
Von Wadi Rum nordwärts nach Amman — ca. 3,5–4 Stunden auf dem Straßenweg. Die Strecke führt durch Petra-Stadt (Umweg oder Abstecher für Verpasstes) und durch Zentral-Jordanien.
Amman ist eine moderne arabische Hauptstadt auf sieben Hügeln mit einer Mischung aus Antike und Gegenwart. Das Römische Amphitheater in der Innenstadt (erbaut 2. Jh. n. Chr.; noch für Veranstaltungen genutzt) ist fünf Minuten Fußweg vom Burgberg mit dem Herkules-Tempel und einem kleinen Archäologiemuseum. Die Rainbow-Street ist das besucherfreundlichste Viertel für Kaffee, Restaurants und Bars.
Tag 10: Jerash → Allenby-Brücke → Rückkehr nach Israel
Jerash am Morgen: Die Römer-Dekapolis-Stadt Jerash, 48 km nördlich von Amman, ist eine der besterhaltenen Provinzstädte Roms — Hadrians Bogen, der Ovale Platz, zwei Theater, Artemis-Tempel und der Cardo-Maximus-Kolonnadenweg vollständig erhalten. 2–3 Stunden einplanen. Mit Taxi oder Minibus von Amman gut zu erreichen.
Die Allenby-Brücke (König-Hussein-Brücke): der Übergang zwischen Amman und dem Gebiet bei Jericho. Hier mehr Zeit einplanen als bei Wadi Araba — Schlangen können auf 2–3 Stunden anwachsen, besonders Sonntagvormittags. Das Gepäck wird gescannt. Spätestens um 12:00 Uhr ankommen, wenn Sie Jerusalem oder Tel Aviv noch am selben Abend erreichen möchten.
Auf der israelischen Seite fahren Sherut-Sammeltaxis vom Übergang nach Jerusalem (30–45 Minuten). Ab Jerusalem ist der Ben-Gurion-Flughafen 45–60 Minuten mit Bahn oder Shuttle entfernt.
Grenzüberungs-Checkliste
| Wadi Araba (Tag 6, südwärts) | Allenby-Brücke (Tag 10, nordwärts) |
|---|
| Geöffnet | Täglich, typisch 6:30–20:00 Uhr | Täglich (eingeschränkt an jüd./musl. Feiertagen) |
| Bearbeitungszeit | 45–90 Min. | 1,5–3 Std. (mehr einplanen) |
| Jordan Pass akzeptiert | Ja — bei jordanischer Einwanderung zeigen | Nur jordanischer Ausreisestempel |
| Israelischer Reisestempel | Nein (herausnehmbarer Zettel) | Minimale Stempelsichtbarkeit |
| Ausreisegebühren | Beide Seiten; ca. 30–65 € gesamt | Beide Seiten; ähnlich |
| Schabbat-Betrieb | Geöffnet (zuverlässigster Schabbat-Übergang) | Eingeschränkt — vor Samstag bestätigen |
Doppelstempel-Hinweise
Jordanien stempelt Ihre israelische Einreisekarte nicht in den Pass; es stempelt den Pass selbst mit einem jordanischen Einreisestempel. Falls die weiteren Reisepläne Länder umfassen, die Einreisenden mit israelischen Stempeln den Zutritt verweigern, die spezifische Situation vor der Reise recherchieren. Der Jordan-Stempel selbst ist für die meisten Reisenden kein Problem — es sind die israelischen Stempel, die manche Länder beschränken. Beide Übergänge minimieren nun israelische Stempel in Touristen-Pässen für Jordanien-Besuche.
Praktische Tipps
Transport in Jordanien: Israelische Mietwagen dürfen die Grenze nicht überqueren. Jordanien-seitigen Transport organisieren als: (a) vorgebuchter Privatfahrer aus Aqaba; (b) Mietwagen von jordanischem Unternehmen in Aqaba; oder (c) organisierte Israel-Jordanien-Tour für komplette Logistik. Busse zwischen Aqaba, Petra und Amman existieren, sind aber für Touristen langsam und selten.
Budgetplanung: Gesondert einplanen für Grenzgebühren (30–65 € pro Übergang pro Seite), Jordan Pass (JD 70–100 je nach Typ), Petra-Eintritt (im Jordan Pass enthalten) und Wadi-Rum-Jeep/Camp (~JD 25–100 je nach Dauer und Camp-Kategorie). Essen und Unterkünfte in Jordanien sind generell günstiger als in Israel.
Schabbat-Timing: Bei Freitags-Anreise: israelischer Transport stellt am Freitagnachmittag bis Samstagabend ein. Eilat-Grenze-Fahrt für Freitagvormittag planen (nicht Freitagnachmittag). Der Wadi-Araba-Übergang selbst ist am Schabbat geöffnet; die Allenby-Brücke hat eingeschränkten Samstag-Betrieb.
Reisezeitraum: März bis Mai und September bis November bieten die angenehmsten Temperaturen für beide Länder. Juli–August ist in Petra sehr heiß (35°C+) und extrem heiß in Wadi Rum und Eilat (40°C+); das Tote Meer ist im Sommer nur sehr früh morgens erträglich. Dezember–Februar kann in Jerusalem kalt und in Jordanien gelegentlich regnerisch sein.
Für einen Einzeltag-Petra-Besuch ab Eilat statt dieser vollständigen Reiseroute: Petra-ab-Israel-Führe. Für die Frage Eilat oder Amman als Startpunkt: Petra-ab-Eilat-vs.-Amman. Noch unentschlossen zwischen Israel und Jordanien als Hauptziel? Zum Israel-vs.-Jordanien-Vergleich für Orientierung.