Eine Mietwagen-Rundreise ist die lohnendste Art, Israels gesamte Bandbreite zu erleben — von Mittelmeerruinen und nördlichem Weinland über das Jordantal und das Tote Meer bis in die Negev-Wüste. Der öffentliche Nahverkehr bedient die Städte gut, aber Galiläa, die Golanhöhen und der Negev erschließen sich erst hinter dem Steuer. Diese Reiseroute beschreibt eine siebentägige Schleife im Uhrzeigersinn von etwa 850 km, die Umwege minimiert und die dramatischste Landschaft ans Ende stellt.
Wenig Zeit? Wenn Sie nur 3–4 Tage haben und sich auf Galiläa und Golan konzentrieren möchten, deckt der Nordisrael-Roadtrip-Leitfaden diese kompaktere Schleife detailliert ab.
Vor der Abfahrt: Mietwagenpreise vergleichen und Abholzeiten prüfen im Mietwagen-Leitfaden. Verkehrsregeln, Benzin, Parken und Maut erklärt der Führerschein- und Fahrführer.
Tag 1 — Tel Aviv → Caesarea → Haifa (ca. 100 km, 1,5 Std. Fahrt)
Mietwagen am Ben-Gurion-Flughafen oder im Stadtzentrum Tel Aviv früh am Morgen abholen. Nördlich auf der Küstenroute 2 fahren.
Caesarea (Zwischenstopp, 45 km nördlich von TLV) ist eine der eindrucksvollsten römischen und Kreuzfahrerstätten des Nahen Ostens — eine vollständige Hafenstadt, erbaut von König Herodes dem Großen im ersten Jahrhundert v. Chr. Planen Sie zwei bis drei Stunden für den Archäologiepark: römisches Theater, Kreuzfahrermauern, Hippodromruinen und den Hafendamm. Weitere Informationen im Caesarea-Leitfaden.
Weiter nördlich weitere 50 km nach Haifa. Ankunft für einen spätnachmittäglichen Spaziergang durch das Deutsche Viertel und Abendessen am Ben-Gurion-Boulevard. Übernachtung in Haifa.
Tag 2 — Haifa → Akko → Rosh Hanikra (ca. 50 km, 1 Std. Fahrt)
Frühmorgens die Bahá’í-Weltzentrum-Terrassen besuchen — kostenlose geführte Touren müssen vorab reserviert werden und sind in der Hochsaison Wochen im Voraus ausgebucht.
Dann weiter nach Akko (Acre): Kreuzfahrer-Unterstadtmuseum, osmanisches Khan el-Umdan, Al-Jazzar-Moschee und die Altstadt, die eines der besterhaltenen Beispiele der osmanischen Stadtplanung ist. Detailinfos im Akko-Stadtführer.
Nachmittagsabstecher zu den Rosh Hanikra Grotten (20 km nördlich von Akko, direkt an der libanesischen Grenze): Meereshöhlen, zugänglich per Seilbahn. Zurück nach Haifa oder weiter nach Akko zur Übernachtung.
Tag 3 — Rosh Hanikra → Safed → Galiläa (ca. 80 km)
Fahrt ins Obergaliläa — nach Safed (Zfat), der mystischen Kabbala-Hochburg in den Bergen (900 m ü. M.): Künstlerviertel, Synagogen aus dem 16. Jahrhundert und Panoramablick auf das Galiläische Meer. Weiter nach Tiberias am Westufer des Galiläischen Meeres als Übernachtungsbase. Lesetipp: 3 Tage in Galiläa.
Tag 4 — Golanhöhen (ca. 100 km Rundfahrt ab Tiberias)
Die Golanhöhen bieten Lavendelfelder, Weinberge, Druzen-Dörfer und strategische Aussichtspunkte über das Galiläische Meer und Syrien. Hauptstops: Nimrod-Festung (mittelalterliche Kreuzfahrer-Zitadelle), Mitzpe Golani-Aussichtspunkt und die Weinkellereien der Region. Honesty-Hinweis: der politische Status der Golanhöhen ist international umstritten; für die praktische Touristik sind die Stätten über israelische Straßen zugänglich und sicher. Detailinfos in den Golanhöhen-Leitfaden.
Tag 5 — Tiberias → Jordantal (Route 90) → Totes Meer (ca. 150 km)
Route 90 nach Süden durch das Jordantal — Kafarnaum, der Taufstelle Yardenit und Bet Sche’an mit seinem außergewöhnlich erhaltenen römischen Amphitheater. Ankunft am Toten Meer nachmittags. Baden im Toten Meer: buchen Sie ein Resort in Ein Bokek mit privatem Strandzugang oder nutzen Sie einen der öffentlichen Strände. Alle Informationen im Tote-Meer-Leitfaden.
Tag 6 — Totes Meer → Masada → Negev (ca. 80 km)
Früh am Morgen (05:30–06:00 Uhr Abfahrt) zur Masada für den Sonnenaufgang. Die Seilbahn öffnet kurz nach Sonnenaufgang; alternativ ist der Snake Path (45–60 Min. Aufstieg) schon vor Sonnenaufgang zugänglich. Vollständige Besuchsinformationen im Masada-Leitfaden.
Nachmittags weiter nach Mitzpe Ramon im Negev — Abendbasis am Rand des Makhtesh Ramon, des größten Erosionskraters der Welt. Wer den Sonnenuntergang über dem Makhtesh erleben will, kommt hier auf seine Kosten. Weitere Informationen im Mitzpe-Ramon-Leitfaden.
Tag 7 — Negev → Tel Aviv (ca. 200 km)
Morgen am Makhtesh: kurze Wanderung im Krater (2–3 Std.) oder Geländefahrt über Wüstenpisten (Mietwagen-Vertragsbedingungen prüfen: Off-Road oft ausgeschlossen). Anschließend Rückfahrt nach Tel Aviv über Route 40 (Landschaftsstrecke durch den Negev) oder die schnellere Route 6 (Mautstraße). Tipps für 3 Negev-Tage im 3-Tage-Negev-Leitfaden.
Praktische Hinweise
Mietwagen-Tipps
- Automatik vs. Schaltgetriebe: Automatik bei Entscheidung auf der Straße klar im Vorteil; Preisaufschlag beachten.
- Vollkaskoversicherung: Dringend empfohlen, besonders für unebene Pisten (Golanhöhen, Negev-Schotterwege).
- Mietwagen-Rückgabe: Rückgabe am Ben-Gurion-Flughafen ist praktisch für Abreise; Kosten für abweichenden Rückgabeort prüfen.
Benzin und Maut
Benzin ist in Israel teurer als in Mitteleuropa. Die Schnellstraße Route 6 ist mautpflichtig; an Grenzstellen mit elektronischem System — Mautgebühren werden automatisch über das Kennzeichen abgebucht und dem Mietwagenanbieter in Rechnung gestellt; Aufschlag beim Anbieter erfragen.
Parken
In Tel Aviv und Jerusalem teuer und schwer zu finden. An Sehenswürdigkeiten im ganzen Land gibt es in der Regel kostenpflichtige Parkplätze. Schabbat-Parken in manchen Vierteln gratis (Schilder beachten).